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  • Pakuts Tamás

An- und Abreise von "verwaisten" Flughäfen: Budapest und Zakynthos, wo der Urlaub beginnt und endet


Das Abenteuer beginnt, wenn jemand jetzt zum Budapester Flughafen gelangen will. Wir waren am 20. Juni 2021 aus dem 6. Bezirk, neben dem Bahnhof Nyugati, unterwegs, um den Flug von Wizz Air um 13:40 Uhr in den lang ersehnten Urlaub zu nehmen. Wir sind von unserem Haus in der Nähe des Bahnhofs Nyugati um 10:35 Uhr losgefahren.


Der Bus 100E (der sogenannte Flughafenexpress) vom Deák tér ist wieder in Betrieb, aber sein Fahrplan - mit Abfahrten alle 30 Minuten - macht diesen Service weniger attraktiv. Der Preis von 900 HUF anstelle des normalen Fahrpreises und die Tatsache, dass die Budapest Abos in diesen Bussen nicht gültig sind, sind weitere Argumente gegen einen Service, der nichts Zusätzliches in Bezug auf Komfort bietet, auch keine garantierten Sitzplätze und keinen Platz für Gepäck, und die Chancen sind hoch, dass man während der 40-50 Minuten langen Fahrt stehen muss. Vor ein paar Jahren, als die BKK (Budapester Verkehrszentrum) den Flughafen-"Express"-Service einführte, gab es noch 1-2 Busse, die noch Platz fürs Gepäck hatten und einige, die Flugzeugaufkleber an der Seite hatten, aber es ist klar, dass die Produktentwickler, die sich das ausgedacht haben, weder ihren eigenen Service zum Flughafen benutzen, noch benutzen sie öffentliche Verkehrsmittel an anderen Flughäfen. Aber wenn wir das umdrehen (und aus der Sicht des Touristen betrachten, der in unser Land kommt), ist es auch ein Service, der eines der ersten Dinge sein kann, die einen ersten Eindruck über das ganze Land vermitteln.


Ich frage mich oft, ob es nicht notwendig wäre, eine Touristenpolizei und eine Landesimagepolizei einzurichten. Die Polizei sollte hier metaphorisch als Ordnungshüter verstanden werden. Eine solche Organisation mit einer gewissen Autorität und einem beratenden Ansatz könnte z.B. der Ungarischen Tourismusagentur zugeordnet werden.



Da der Bahnhof Nyugati zum Zeitpunkt unserer Reise wegen Renovierung geschlossen war, konnten wir keinen der MÁV-Züge nach Kőbánya-Kispest oder Ferihegy nehmen, und natürlich konnten wir im Anschluß auch nicht mit dem 200E-Bus zum Flughafen fahren. Diese Fahrt hätte 45-55 Minuten gedauert und im Zug 310 HUF gekostet, wofür die Ungarische Bahn auch eine Anschlussfahrkarte für 300 HUF anbietet, die nur für den 200E-Bus zum Flughafen gültig ist, also insgesamt nur 610 HUF für die ganze Fahrt.


Es ist bedauerlich, dass die Apps der BKK und der MÁV nicht zusammen funktionieren, die Automaten von denen auch nach einem völlig unterschiedlichen Prinzip funktionieren und offen gesagt: die Automaten der BKK sind überhaupt nicht fahrgastfreundlich, außerdem sind die Fremdsprachenoptionen begrenzter als die ungarischen, wobei schon einzelne Automaten der MÁV einfacher zu bedienen sind.


Am Budapester Flughafen fehlen definitiv ein Automat, der Bahntickets verkauft, und ein Informationsschalter.


So blieb uns nur die Möglichkeit, mit der Metro M3 vom Nyugati-Bahnhof nach Kőbánya-Kispest zu fahren (an einem Sonntag hatten wir das Glück, den Metro-Ersatzbus zu nehmen, was uns den Umstieg am Nagyvárad tér ersparte), mit einer Umsteigekarte (530 HUF) und dem Budapest Abo. Unsere Gesamtfahrzeit betrug 1 Stunde 10 Minuten, die sich mit einem Umstieg am Nagyvárad-Platz um mindestens 10-15 Minuten verlängert hätte. Wir stiegen um 10:45 Uhr in die Metro ein und kamen um 11:50 Uhr mit einem Transfer (Bus 200E) in Kőbánya-Kispest an.


Wir waren schon mehrmals mit miniBUD enttäuscht (Zeit, Preisgestaltung), also versuchten wir, den Minibusbetreiber telefonisch zu erreichen, aber es stellte sich heraus, dass sie keinen telefonischen Kundendienst mehr haben. Der Preis bei denen wäre 5.936 Ft für 2 Personen, ob wir aber einem Dienstleister vertrauen könnten, der nicht mal mehr ans Telefon geht... Außerdem können wir bei miniBUD, wenn wir die ersten sind, die abgeholt werden, und wir auf weitere Fahrgäste warten müssen, mit der gleichen Fahrtdauer rechnen.


Laut der Webseite von Főtaxi, dem offiziellen Partner des Budapester Flughafens, soll der Preis für einen Flughafentaxi-Transfer aus der Gegend um den Nyugati-Bahnhof zwischen 7474 und 9135 HUF liegen. Die Fahrzeit wird auf 37-45 Minuten geschätzt.


Alles in allem ist es nicht einfach und zeitaufwendig, von Budapest aus zum Flughafen zu gelangen, und es ist höchste Zeit, eine direkt mit dem Flughafen verbundene Bahn- oder andere Schienenweg-Alternative zu entwickeln, da dies, zusammen mit dem unzureichenden Betriebskonzept, ein ernsthaftes Hindernis dafür ist, dass der Flughafen Budapest endlich zu einem Faktor in der Region oder auf europäischer Ebene wird.


Solange aber das Flughafenmanagement keine Ansprüche an die Umwelt für ankommende und abfliegende Passagiere stellt, solange sie in Staub, überquellenden Mülleimern ankommen oder abfliegen müssen und die Schließung von Baustellen anspruchslos und uninspiriert ist, solange die renovierten Toiletten mit den ineffizientesten Wasserhähnen ausgestattet sind und Papierhandtuchspender nicht nachgefüllt werden, wird es für die Flughafenexperten hier in Budapest vergeblich sein, an der Flugentwicklung zu arbeiten, und es wird für die MTÜ (Ungarische Tourismusagentur) ebenso vergeblich sein, eine erfolgreiche Tourismusentwicklung zu betreiben. Und die Nachbarländer profitieren vom Missgeschick des Budapester Flughafens, dem es an einer gesunden Eigenverantwortung fehlt. Während Budapest nicht in der Lage war, einen anständigen Überseeflug wieder aufzunehmen, empfängt der Flughafen Dubrovnik allein aus New York mehrmals wöchentlich 3 Fluggesellschaften.


Nach der Ankunft gingen wir direkt zum Schalter von Wizz Air im Terminal 2B. Der Ground Handling Agent von Wizz Air in Budapest ist z.Z. Menzies. Sie hatten 3 Check-in-Schalter für mehrere Flüge, die ungefähr zur gleichen Zeit abflogen, von denen nur 2 in Betrieb waren, von denen einer angeblich nur für "Priority"-Passagiere vorgesehen war. Wizz Air verlangte zwar einen Online-Check-in, aber wir konnten nur eine ungültige Bordkarte vorweisen, da unsere Übereinstimmung mit den griechischen Einreisebestimmungen (Impfausweis auf Englisch) von der Fluggesellschaft mit der Hilfe des Ground Handling Agenten überprüft wurde musste. Die eine Warteschlange bewegte sich überhaupt nicht (gerade die für die Priority-Kunden gegen Extrazahlung ), während wir in der anderen Warteschlange – obwohl wir ja auch Priority hatten - innerhalb von 40 Minuten eine Bordkarte bekamen.


Die Schnelligkeit und Freundlichkeit der Sicherheitskontrolle und die Tatsache, dass wir endlich unseren Laptop nicht mehr auspacken mussten, war eine wirklich positive Erfahrung.



Über die Toiletten im Terminal haben wir bereits geschrieben. Leider sind gerade die gastronomischen Einrichtungen noch nicht geöffnet, in denen man einen guten Kaffee trinken kann.


Es war merkwürdig, wie das Flughafenpersonal in gelben Westen die Passagiere der Frankfurt-Flüge zu den sehr einfachen Kiosken in der Mitte des Terminals trieb.


Ich frage mich, wer der eigentliche Betreiber der Master Card Lounge ist (der Budapester Flughafen selbst, fürchte ich), denn sie ist genauso verlassen und schäbig wie der Budapester Flughafen im Allgemeinen. Mickrige, geschmacklose Sandwiches, halbtrockene Brotstücke, so sparsam belegt wie früher, als die Tanten den Aufschnitt und die Sandwichfüllung für sich aus der Schuljause klauten, in verschweißter, schwer zu öffnender Folie. Es muss schwer gewesen sein, etwas so Schlechtes und Anspruchsloses in einem ansonsten gut gefüllten Markt zu finden. Der Pfannkuchenautomat wäre eine gute Idee, wenn der mitgelieferte Sirup- und Aufstrichspender von guter Qualität und gefüllt wäre. Verschwunden sind die alten süßen und herzhaften Snacks, Salate, Suppen, Nüsse und andere Knabbereien und die Auswahl an Getränken, ob alkoholfrei oder alkoholisch, ist auch auffallend enger geworden. Die Kaffeemaschine ist ein echtes Plus, die von Nespresso liefert zumindest berechenbare Qualität, ebenso wie der Wasserspender. Ich denke, das Wesen und die Qualität der Lounge wird auch dadurch getrübt, dass hier Großmütter mit ihren Enkeln, die schnell alles verschlingen, ihre Rucksäcke vollstopfen können, während andere die Windel eines schreienden, zwei Monate alten Babys wechseln.


Es war eine erfrischende Erfahrung, von einer viel anspruchsvolleren, klimatisierten Umgebung zu starten, statt von dem unprätentiösen Fahrerlager, in dem wir uns zuvor befunden hatten. Hier war Menzies in der Lage, Priority- und Non-Priority-Passagiere zu trennen, aber nicht mehr in der Lage, die Passagiere sicher zum Flugzeug direkt gegenüber dem Ausgang zu bringen. Flughafenbusse rumpelten ohne anzuhalten durch den Fußgängerübergang während niemand von den Agenten draußen den Vorgang überwachte, eine einfache Türöffnung fand statt.


Der Flug W62455 von Wizz Air startete pünktlich und kam etwas früher an, und obwohl es bei Billigfluggesellschaften üblich ist, Personen, die nicht für einen festen Sitzplatz bezahlen, zu trennen, war genug Platz vorhanden, um dies selbst zu regeln und gegen den Willen der Fluggesellschaft nebeneinander zu sitzen. Der Flug wurde mit einem Airbus 320 durchgeführt, der als HA-LYS registriert war. Das Flugzeug war blitzsauber und die Kabinentemperatur war schon beim Einsteigen angenehm. Die Einweisungstexte wurden in verständlicher Lautstärke und mit einem gut verständlichen englischen Akzent gesprochen.


Nach der Ankunft gab es einen Shuttlebus zwischen dem Flugzeug und dem Terminal, die Impfpasskontrolle verlief reibungslos und es wurden keine weiteren Kontrollen durchgeführt.


Wir konnten mit einem Festpreistaxi (Radiotaxi Zakynthos) zu unserer Unterkunft gelangen (Flughafen-Laganas 17 Euro), eine andere Alternative gab es nicht. Da das Auto für den Flug vorgebucht war, waren wir quasi VIPs und umgingen die Schlange der Wartenden, die zu unserer Unterkunft wollten. Die Rückfahrt war ähnlich vorarrangiert, zu einem vorhersehbaren Preis (Zakynthos Stadtzentrum-Flughafen 13 Euro), pünktlich, bequem.


Auf der Rückfahrt haben wir den Flughafen von Zakynthos tatsächlich kennengelernt. Es ist ein Flughafen, der in Konzession vom Fraport-Konzern betrieben wird. In seiner moderneren Ausgabe erinnert er trotzdem an vielen Stellen an die Standards der schlechtesten Inlandsflughäfen aus der Sowjet-Ära, noch unter dem Niveau von den schlechten Tagen des Budapester Flughafens. Von deutscher Kultiviertheit ist hier keine Spur zu finden. Die Flughafenumgebung ist ungepflegt und auffallend unsauber. Bei der Abgrenzung der Warteschlangen zu den Check-in-Schaltern mit provisorischen Absperrungen hat zum Beispiel jemand nicht bedacht, dass dies zu einer Säule führt und Chaos verursacht. Viele Geschäfte und Büros der Fluggesellschaften stehen leer, einige davon anspruchslos mit Planken belegt. Die Sicherheitskontrolle findet eine Etage höher statt, wohin eine Rolltreppe führt, und sie ist unorganisiert, die Menschenmenge wurde schlecht und verspätet gelenkt, nur ein Drittel der Kontrollen war offen, es gab so viele Sicherheitskontrolleure, dass sie sich schon bei der Arbeit gegenseitig behinderten, anstatt eine weitere Kontrollstelle zu öffnen.


Ich würde denjenigen, die den Flughafen in Zakynthos entworfen haben, sicherlich die Diplome wegnehmen, aber ich würde auch denjenigen, die als Berater oder als Bauherr beteiligt waren oder ihn abgenommen haben, genauso die Diplome wegnehmen. Die Funktionen im Gebäude sind eindeutig darauf ausgerichtet, den Duty Free Verkauf zum Erfolg zu führen. Auf den Komfort der Passagiere wurde jedoch keine Rücksicht genommen. Die Positionierung der Toilettenanlagen und die Anzahl der Kabinen dort entsprachen nicht den Bedürfnissen der Anzahl der gleichzeitig abfliegenden Passagiere, so dass es zu langen Warteschlangen kam und auch die hygienischen Bedingungen sehr schlecht waren. Es gibt nicht genug Platz an den Gates, nicht nur die Sitzplätze, sondern auch die Stehplätze sind knapp bemessen. Ich würde auch die Professionalität des Flughafenpersonals in Frage stellen, das, um die Einnahmen zu maximieren, eine so hohe Frequenz und einen Flugplan von gleichzeitigen Abflügen einer so großen Anzahl von Flugzeugen zugelassen hat. Es ist klar, daß die Gates für ein Flugzeug mit einer Kapazität von 50 und nicht von 200 Passagieren ausgelegt waren, basierend auf den ihnen zugeordneten Bereichen und Sitzplatzkapazitäten.


Der Bereich um die Gates in Zakynthos war am Tag unserer Rückkehr nach Budapest (27. Juni) besonders schmutzig und staubig. Es war auch schwer festzustellen, wer der eigentliche Ground Handling Agent für Wizz Air war, denn am Schalter am Gate saß sowohl ein Mitarbeiter von Skyserv als auch einer von Swissport, und es standen Busse beider Gesellschaften da, die allerdings an anderen europäischen Flughäfen wohl verschrottet worden wären, wobei der Swissport-Bus besonders stark verschmutzt war und offenbar nur durch Farbe zusammengehalten wurde. Da die Website des Flughafens Zakynthos nicht sehr ausgefeilt und inhaltsreich war, riefen wir bei Skyserv an, um zu fragen, ob sie der Ground Handling Agent für die Flüge von Wizz Air dort seien: nein, Swissport war es. Swissport ist wahrscheinlich nicht so stolz auf ihre Dienstleistungen in Zakynthos, sie würden Griechenland oder Zakynthos lieber nicht auf ihrer Website erwähnen. Mit der Schweizer Korrektheit und Präzisität ist es also vorbei. Schade.


Der Flug W62456 von Wizz Air auf dem Weg von Zakynthos nach Budapest am 27. Juni war ein erfrischendes Erlebnis, die Fluggesellschaft führte ihn pünktlich mit ihrem Airbus 321 registriert als HA-LXA durch. Das Flugzeug war blitzsauber. Die Sitzplatztrennung funktionierte auch hier, wir konnten aber aufgrund der geringen Belegung des Flugzeugs auch nebeneinander sitzen. Die Verständlichkeit und Hörbarkeit der Briefing-Texte an Bord war auf diesem Flug von Flugbegleiter zu Flugbegleiter sehr unterschiedlich, einige waren in Englisch so überartikuliert, dass das Gesagte nicht zu verstehen war. Es ist ohnehin ein ständiges Ärgernis für mich, dass die Verständlichkeit der Ansagen von den Flugbegleitern ein Sicherheitsproblem und ein Risikofaktor ist, der ständig von einem Kommunikations- und Sprachberater sowie von einem Akustiker überprüft werden sollte.


Menzies bediente den ankommenden Flug in Budapest mit Bussen, die in einem so erbärmlichen Zustand waren, dass sie einen sehr schlechten ersten Eindruck bei den Ankommenden und den "nur" Heimkehrenden hinterliessen. Die Sitze waren beschädigt, zerrissen und so schmutzig, dass sich nicht einmal Penner auf sie sich setzen würden.


Die Ankunft der Busse am Terminalgebäude und das kaotische und unsichere Auftreten der gelben Westen tragenden Aufseher war ernüchternd. Für mehrere Flugzeuge standen insgesamt nur zwei Grenzbeamte da, die es kontrollierten, ob die Einreisebedingungen erfüllt waren. Wären die Ankommenden mit Impfzeugnissen beim Betreten des Terminals von denen getrennt worden, die unter Quarantäne stehen könnten, hätten die meisten Passagiere diese Formalitäten in wenigen Augenblicken erledigen können, statt der sinnlosen 22-minütigen Wartezeit. Dies würde jedoch einiges an Denkarbeit erfordern, und manchmal müsste sich das Management auf das Niveau des täglichen Betriebs am Budapester Flughafen herablassen.


Die Kombination Bus 200E und Metro-Shuttlebus zwischen Flughafen und Nyugati-Bahnhof funktionierte gut. Der Abfahrtsbereich des Flughafenbusses, nun ja...


Unsere Kritik soll den betroffenen Unternehmen und Betrieben helfen, sich zu verbessern. Wir freuen uns, ihre Reaktionen zu teilen, solange es sich um echte Maßnahmen handelt und nicht um oberflächlich behandelte Beschwerden mit Bullshit.





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