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  • Pakuts Tamás

Haben Tourismus und Gastgewerbe wirklich die Freiheit zurückgewonnen, nach der sie sich sehnen?



Ende April, als die Gastronomie und der Tourismus in Ungarn anfing, sich neu zu organisieren, d.h. in einem ersten Schritt mit der Möglichkeit, auf den Terrassen zu sitzen, wieder zu öffnen, haben wir alle vorsichtig beobachtet, was passieren würde, ob die Gastronomie und der Tourismus wieder bereit sind, etwas befreit von der Verwöhnung durch die Kurierdienste und dem etwas illusionszerstörenden, entfremdenden Prozess, Essen in Kisten durch das Fenster zu schieben, die Gäste zu bedienen.


In den Mitteilungen der Regierung war es eindeutig, dass die Zahl der Geimpften über das weitere Vorgehen der Regierung bezüglich der Lockerung der Beschränkungen entscheiden würde, aber als sich die Zahlen schnell den Eröffnungskriterien näherten (5 Millionen Geimpfte), waren immer mehr verzweifelte Anzeigen zu lesen, in denen bekannte und weniger bekannte Restaurants, Hotels begannen, Personal zu suchen: Tellerwäscher, Küchenhelfer, aber auch Köche, Konditoren, selbst Küchenchefs, F&B Manager und Serviceleiter, sogar Hoteldirektoren wurden mancherorts erst in letzter Minute gesucht. Das war kein gutes Zeichen für diejenigen, die wissen, wie eine gute und professionelle Gastwirtschaft funktioniert. Auf einem der bekanntesten Portale für die Jobsuche hat sich die Zahl der offenen Stellen im Gastgewerbe plötzlich vervierfacht.


Natürlich geht im Gastgewerbe und im Tourismus nichts ohne Improvisation, aber ein eingespieltes Team kann überzeugender, effizienter und effektiver sein als ein Unternehmen, das versucht, seinen Markt mit einer zusammengewürfelten Belegschaft von Neuankömmlingen und Außenseitern zurückzuerobern.


Neben der Zusammenführung verstreuter Teams standen die Gastronomen auch vor Herausforderungen wie der Aufrechterhaltung des Betriebs von Maschinen und Geräten, der wiederholten Kontaktaufnahme mit Lieferanten, der Beseitigung etwaiger Rückstände und der richtigen Auffüllung des Lagerbestands und frischer Bestellungen in einer Gleichung mit vielen Unbekannten. Außerdem musste man feststellen, dass einige alte Partner nicht mehr ans Telefon gingen und neue Alternativen gibt es beinahe keine noch.


Es war ein holpriger Start, bzw. Neustart, bei dem das Puzzle noch sehr durcheinander war. Selbst mit diesem Wissen war es schmerzhaft, festzustellen, dass die Terrasse eines meiner liebsten, ikonischen Restaurants auf dem Lande einen schlammigen, anfängerhaften Eindruck machte, mit einer Qualität des Essens und des Services, die ich nur ungern jemandem vorwerfen würde, der einst so viel für die Entwicklung der Gastronomie in dieser Gegend getan hatte. (Lassen Sie mich es kurz zusammenfassen: inkompetente, unvorbereitete, ungepflegte Kellner, langsame Küche, die Suppe kalt serviert, die aber nur heiß schmeckt, der geriebene Mozzarella in der Mitte der Calzone noch (tief)gefroren, aber der Pizzateig schon verbrannt...). In Budapest, am Liszt Ferenc Platz, war die Situation einen Tag später nicht viel besser, die fehlende Motivation des Personals war auch spürbar, die Heizungen auf der Terrasse funktionierten nicht oder das Personal wollte sie nicht einschalten, und dann konnten wir im Hintergrund hören, dass sie am Ende des Tages die Gasflaschen für die letzten Gäste nicht mehr wechseln wollten - obwohl diese Information nicht für uns bestimmt war.


In diesem Sinne haben wir die Spot-Test-Auswertungen für die ersten Tage ruhen lassen und werden ab der ersten Maiwoche die Ergebnisse inklusive der Bewertungskriterien veröffentlichen.


Unsere Überlegungen zu den Geschehnissen der letzten Wochen und Monate können Sie in der monatlichen Audio-Ausgabe des szalloda.blog -s auf youtube ausführlich nachhören.


Klicken Sie auf das Bild, um unsere Themen zu hören - 40 Minuten über folgendes:


0:00:00 Die Lage der inländischen Hotels nach Pfingsten (in Ungarn)

0:02:40 Die aktuelle Situation auf dem Arbeitsmarkt im Tourismus

0:04:38 Über den Impfausweis im Tourismus und im Gastgewerbe

0:09:04 MTÜ: Nationale Tourismusstrategie

0:17:49 Das Schicksal des Flughafens Sármellék (Balaton Airport)

0:25:43 Die Angelegenheiten des Budapester Flughafens + Die "Wunder" der kroatischen Flughäfen

0:36:16 Das Schicksal von Belavia nach dem Fall Ryanair

0:38:09 Die Misere von Budapests Tourismus



Ab dem 14. Juni 2021 werden wir mindestens einmal täglich, an jedem Wochentag, Inhalte und Mystery Checks veröffentlichen, die für Beschäftigte im Tourismus und in der Hotellerie relevant sind.


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Über den Autor:


Tamás Pakuts ist seit fast 35 Jahren in der Luftfahrt und im Tourismus und seit fast 20 Jahren im Hotel- und Gaststättengewerbe tätig.


Als Manager und Berater hatte er Einblick in den Betrieb mehrerer Fluggesellschaften sowie Hotels, Hotelketten und Kreuzfahrtgesellschaften und nahm erfolgreich an deren Betriebsführung, Krisenmanagement und Entwicklung teil.


Inzwischen sind er und seine Kollegen in vielen Ländern der Welt als Experten, Berater und Trainer im Hotel- und Luftverkehrssektor präsent und entwickeln gemeinsam mit Kollegen eine Reihe neuer Projekte von internationaler Bedeutung.



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